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Veröffentlicht von: oppositezine.com
Interviewer: Don Sill
Veröffentlicht in: Juli 2002
THE WARRIORS ARE BACK!
Ein Interview with Manowars Eric Adams
Die Helden des Metal, Manowar, sind zurück und stärker denn je mit "Warriors of the World", ihrem ersten Studioalbum seit sechs Jahren, und sie brennen darauf ein weiteres Mal ihren traditionellen, harten, ohrenbetäubenden Heavy Metal der gesamten Welt näherzubringen.
Manowar, die aus Eric Adams, Scott Columbus, Karl Logan und Joey DeMaio bestehen, haben den Globus beinahe 20 Jahre lang erschüttert und lieferten dabei immer ein wildes Arsenal an grossartiger Musik. Ich sprach neulich mit dem Sänger, Eric Adams. Adams ist ein unglaublicher Sänger, dessen Tonumfang wahnsinnig ist. Auf diesem Album beweist er ein weiteres Mal, dass er einer der grossartigsten Sänger ist, die je aus dem Heavy Metal Kreis kamen. Dieses Mal aber geht er sogar weiter, da er sich des berühmten Opernstücks, "Nessun Dorma", annimmt und es spitzenmässig rüberbringt. Beim Lesen des Interviews werden ihr froh sein zu entdecken, dass Adams nicht nur einer der stärksten und am meisten unterschätzen Sänger in der Geschichte des Metal ist, sondern auch einer der coolsten.
Interviewer: Don Sill
Erzähle mir etwas über euer neues Album, "Warrios of the World". Es ist euer erstes Studioalbum seit 1996, ihr müsst darauf brennen es rauszubringen?
Ja, Bruder... Glaube mir, es hat eine ganze Weile gedauert... Schau, wir waren beschäftigt, wir waren unterwegs und haben jeden möglichen Scheiss gemacht und so brauchte es einige Zeit...
Dieses Album ist 100% Manowar, ihr Jungs habt absolute Kontrolle gehabt; es wurde in Joey's Heimstudio aufgenommen?
Ja, das ist richtig, Bruder, wir nennen es "Hell" ("Hölle") (lacht).
(lacht) Wie hat es sich den Namen verdient?
Glaube mir, wenn du hier im New Yorker Zentrum wärst und hier reinspaziert kämst, dann wüsstest du genau warum... (lacht) Du gehst rein in das, was früher sein (Joeys) Wohnzimmer war und überall wo du hinschaust gibt es nichts ausser Ausrüstung, das Schlagzeug ist die ganze Zeit aufgebaut, der Aufnahmeraum ist die ganze Zeit da und gewöhnlich war Joey DeMaio auch die ganze Zeit da, an dem Teil bastelnd...
Also, all die harten Arbeitsstunden um das Album zusammenzukriegen brachten "Hell" hervor? (lacht)
Oh, ja... Es war eine lange Zeit, man... Und ich muss dir sagen, ich hätte nicht in Joeys Schuhen stecken wollen, denn er war dort die ganze Zeit über, er und Scott, und sie mussten da sein. Also, wenn einer von uns seine Parts aufgezeichnet hat dann haben Joey und Scott von da an übernommen und sich alle möglichen Takes angehört und sie abgemischt und rauszufinden versucht was das Beste ist und so weiter, es ist eine Menge Arbeit.
Ja, könnte ich mir vorstellen, und das Ergebnis von all dieser Arbeit ist exzellent... Pur, 100% Manowar...
Das ist richtig. Schau, wir probierten andere Produzenten aus und unsere Plattenfirma wollte, dass wir unterschiedliche Produzenten einsetzen und alles, was diese ganzen Typen wollen ist etwas zu machen das so wie ihr letzter Hit klingt... Weisst du, was ich meine? Aber wir wissen, worüber wir reden wollen, wer würde es besser als die Band selbst wissen? Wir wissen, was wir live herauszubekommen versuchen und was wir auf die CD packen wollen und so weiter, wir entschieden, "Scheiss' drauf", wir gehen da raus und produzieren unsere eigenen Alben und wir haben es bereits in der Vergangenheit gemacht. Es ist nicht so, als ob wir auf diesem Gebiet jungfräulich wären...
Ist es ein einfacherer Prozess alles selbst zu machen aufgrund der Freiheit, oder ist es schwieriger aufgrund des ganzen Druck der auf euch lastet?
Nun, früher in unserer Karierre war es schwieriger, weil das Geld nicht da war um davon zu leben. Je schneller wie eins fertig gestellt haben und da raus waren, desto schneller hiess es wir können wieder essen... (lacht) Weisst du, was ich meine, Don? Aber, jetzt ist es viel besser für uns, weil jetzt viel mehr zur Seite gelegt ist und die Atmosphäere ist besser... Wir sind in keiner Eile die Dinge fertigzustellen, wenn es richtig ist, dann ist es fertig wenn nicht dann nicht, und wenn wir Monate oder Jahre brauchen, dann ist es halt so. Wir sind nicht in Eile und es gibt gar keinen Druck und es ist wirklich cool...
Eure Musik wird ziemlich komplex, mich interessiert der kreative Prozess... Schreibst du die Liedtexte?
Nein, Joey schreibt alle Texte... Er ist ein sehr talentierter Mann, das ist er wirklich. Er schreibt alle Texte und die meiste Musik. Was tut er, wenn er eine Idee bekommt, nun, ich weiss nicht warum aber gewöhnlich bekommt er seine Einfälle um ca. 3 Uhr morgens, dann ruft er mich an und sagt "Bruder, ich kann es nicht weitermachen ohne deine Stimme dazu zu hören und um zu sehen, ob es die richtige Tonart für dich ist oder was auch immer". Also komme ich auf der Stelle zu ihm rüber, er lebt nur ca. 2 Meilen weiter, also schwirre ich rüber zu seinem Haus und wir machen das Ding... Wir arbeiten daran ein wenig und er sieht ob es eine gute Tonart für mich ist und dann ist es nur eine Frage den Track zu vollenden und dann wird der Rest des Songs zusammengestellt...
Gibt es viele Spannungen während den Studioarbeiten?
Fuck, ja, machst Du Witze (lacht). Denke dran, wir sind hier eine Familie, okay? Es ist also eine Familie und da gibt es immer Spannungen. Das Gute daran ist, dass wenn der Part von jemandem wirklich mal mies ist, kann man ehrlich miteinander darüber reden. Sowas passiert aber nicht. Wir haben die Meinung, dass etwas entweder genial oder scheisse ist. So kommt es vor, dass wenn ich einen Song singe und die anderen nach ihrer Meinung frage, dass sie sich einander ansehen und dann einer von ihnen sagt „hey Mann, das kann’s ja nicht sein“ (lacht). So, es ist cool, es ist cool, wen ich jetzt darüber nachdenke, aber es gibt manchmal wirklich Spannungen, weil man einfach sein bestes geben will, aber es ist eben eine Zusammenarbeit, jeder hilft dem anderen, jeder kritisiert die Leistung des anderen , so dass es das bestmögliche wird.
Ihr Jungs wart immer interessiert an Schwertern, Zauberern, Fantasy und diesem Zeugs. Warum wurde gerade dies zu einem wichtigen Teil von Manowar in all den Jahren?
Weißt Du, das alles begann, als wir das gesamte Image zurück zu den Wurzeln bringen wollten, und so begannen wir, dieses Sachen mit den Schwertern und Fantasy zu machen, direkt am Anfang. Es begann in England und war unglaublich. Dort begannen wir die Tour und hatten uns enschieden, einige Schwerter mit uns zu bringen. Wir hatten eine Erlaubnis, echte Schwerter auf der Bühne zu benutzen. Und wir haben diese Tradition stets aufrechterhalten. Ich denke, das ist ein grossartiges Image, weil es nicht nur die Stärke der Band zeigt, sondern auch die Stärke der Musik hinter der Band. Es ist diese Gefühl der Bruderschaft, welches eine „Army of Immortals“ haben würde.
Das erste, was die Leute denken, wenn sie Manowar hören, ist dieses kraftvolle Image mit den Schwertern und den Muskeln und all diesem Zeugs.
Das war die Idee. Du musst da draussen schon ein wenig abgehen, oder? Wenn du in die Schlacht ziehst, musst du auch etwas drauf haben und wir ziehen jeden Tag in die Schlacht. Die Schlacht ist zum Alltag geworden, jeden Tag haben wir mit Bullshit zu tun. Wenn man also in die Schlacht zieht, muss man sein Schwert schon gebrauchen und kämpfen. Das war ein grossartiges Image für uns es ist auch etwas, was all die Dinge zusammengehalten hat.
Was ist das Gesamtkonzept eures neuen Albums “Warriors of the World”?
Es beginnt nie damit, ein Konzeptalbum zu entwerfen. Es beginnt jeweils mit einigen grossartigen Songs, die mit der Zeit entstehen und wenn sich alles entwickelt, entsteht so auch das Album für sich. Das war auch diesmal so. Es geht einfach mit der Zeit von alleine ab. Wir haben Songs wie „Nessun Dorma“ oder den Elvis-Track „An American Trilogy“ gemacht, weil es auf jedem Album eine Hymne hat, auf jedem Album hat es langsamere und schnellere Songs. Das war bisher bei Manowar immer so, und diesem Motto sind wir gefolgt. Nur sind wir diesmal einen Schritt weiter gegangen und haben noch eine Oper aufs Album gepackt.
Yeah, das Opernstück „Nessun Dorma“, was hat Euch dazu gebracht, es zu machen?
Es hat einfach Spass gemacht, aber live macht es noch viel mehr Spass.
Als ihr in Italien den Song live gespielt habt, habe ich gehört, dass einige Fans den Tränen nahe waren.
Yeah (lacht). Wir haben’s live gespielt und die Menge gefilmt, man sollte es sehen können. Es ist unglaublich, vielleicht nehmen wir es aufs normale Set, wer weiss?
Ich denke, so was würden alle begrüssen.
Nun, es hebt uns von den anderen Metal-Bands da draussen ab. Viele Leute denken, das seien alles Sänger, aber ich nenne viele nur „Vocalists“. Jeder kann grunzen und Musik mit ihren Stimmen machen, aber wenn man wirklich ein Sänger sein will, sollte man auch was drauf haben. Das ist, was ich mache, ich denke, es hebt mich von den schlechten Sängern ab.
Nun, es gibt in der Tat nicht viele „neue“ Jungs, die so eine Oper zustande bringen...
Genau, und dann hören sie das Manowar Album, sie kaufen es und hören es an und sagen „Heilige Scheisse...“
(lacht) Yeah, Du hast’s wirklich drauf, Mann.
Yeah, und ich denke, es ist grossartig. Es hebt uns von anderen ab, genau wie die Band sich von anderen abhebt. Ich glaube wirklich in meinem Herzen daran, dass wir eine Band wie keine andere sind. Wir sind eine Band aus Brüdern, so war es immer und so wird es immer sein.
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