Veröffentlicht von: pennydreadful.de
Interviewer: Ed Graham
Veröffentlicht: August 2002


Genau an dem Tag, an dem ich in ein neues Apartment ziehen sollte, landete ich ein Interview mit Karl Logan und Eric Adams von Manowar. Leider war, als ich das Tape checkte, nichts drauf und daraufhin zerschlug ich meine Anlage. Jetzt liegt sie in tausend Stücken auf dem Los Ageles Müllberg. Wie auch immer, dank Jen Graham von Metal Blade war ich in der Lage mein Interview mit Karl Logan zu wiederholen. S,o und hier ist mein viertes Interview mit Manowar:

Karl: Hallo.

Ed:Karl?
K: Hey Ed, was gibt's, Mann?

E: Nicht viel, wie geht's?
K: Ganz gut, und selbst?

Ed: Auch ganz gut... ich... äh... habe gestern mit dir gesprochen.
K: Yeah.

E: Ich spulte beide Interviews zurück, ich habe Eric auch interviewed, aber keines der Interviews wurde aufgenommen.
K: Ach, echt? Das ist echt zu mies.

E: Ich war ein wenig unglücklich darüber.
(Eds Bemerkung: Ich habe es aus Frustration über dessen Versagen zerschlagen)

K: Na ja, lass es uns nochmal machen.

E: Ich erinnere mich an ein paar Antworten von dir, aber lass uns die Fragen nochmal von vorne durchgehen.
K: Klar.

E: Also du spielst seit 1994 Gitarre bei Manowar.
K: Richtig.

E: Also spielst du seit etwa 21-22 Jahren Gitarre?
K: Genau.

E: Aber das ist die erste Band mit der du irgendwelche Aufnahmen gemacht hast?
K: Richtig, genau.

E: Also wie hast du angefangen Gitarre zu spielen und deinen eigenen Style und Sound zu entwickeln?
K: Naja, meine Gitarre war die einzige Möglichkei für mich, mich vor der Unklarheit zu retten, weisst du. Darin steckte eine Menge Verlangen, Hingabe und Disziplin. Während alle meine Freunde umherzogen und sich einen tranken und sowas sass ich zu Hause mit der Gitarre und übte am Tag zwischen 8 und 9 Stunden spielen. Letztendlich stiess ich zu einer Cover-Band, begann all die heissen Songs aus dem Radio zu lernen, Licks von Van Halen und Rhandy Rhoades, Yngwie Malmsteen und jeden aus den 80-ern, die ich kennen musste um auf die Bühne gehen zu können ohne wie ein Idiot da zu stehen. Also investierte ich eine Menge Zeit in das ganze um sicherzustellen das jeder Lick, jedes Solo exakt war. Ich lernte eine Menge Tricks, lernte die Theorie und eine Menge über Songwriting, denn anderer Leute Licks und anderer Leute Musik zu kopieren ist der einzige Weg zu lernen.

E: Ok. Aber du wurdest vorher noch nie unter Vertrag genommen, hast irgendwelche Aufnahmen gemacht?
K: Nein, ich meine, es gibt da das eine oder andere Demotape das vielleicht in den Kassettensammlungen irgendwelcher Teenager oder Ex-Teenager rumschwirrt, aber nichts was in irgendeiner Weise vermarktbar gewesen wäre. Damals war es eine andere Welt Mann, heute hat jeder eine CD, die kannst du ins Netz stellen, Kopien davon machen und sie verteilen, aber es war damals halt anders. Damals hast du ein Demo Tape gemacht und das hast du dann einem Agenten gegeben und zugesehen, dass es sich jemand anhört, hast einen Auftritt für die Plattenfirma in einem Club gemacht und das war der Lauf der Dinge. Heute läuft's nach dem Motto, jeder ist ein Rock Star, jeder hat eine CD.

E: Hmmmm.Wie steht es um deinen Style was die Solos betrifft? Wie entstehen die Solos und die verschiedenen Licks die du benutzt?
K: Naja, zuerst höre ich mir den Song an, analysiere die Akkorde, mache aus was für Variationen dazu passen, du weisst schon, was ich spielen könnte das ein wenig anders ist oder "avant-garde" und höre mir einfach das Lied an, höre mir den Text an und achte auf den Inhalt, weisst du... Man kann es damit vergleichen als würde ich ein Kapitel zu einem Buch hinzufügen oder einen Absatz zu einer Geschichte, das ist sozusagen meine Gelegenheit bei dem Ganzen mitzureden oder zu singen. Es muss sich in das Lied einfügen, es muss interessant sein, und manchmal kommt es etwas überraschend und manchmal ist es vorhersehbar, einfach das was den Song braucht. Es kommt durch Erfahrungen, durch die ganzen Licks und Solos die du gelernt hast, du kriegst einfach ein Gefühl dafür, man hat einfach shon so viel gespielt, so viel Wissen von den Meister vor mir absorbiert.

E: Was ist mit "My Spirit Lives On" und "Today Is A Good Day To Die"?
K: Tja, das war... Ich glaube ich habe mit dir gestern darüber gesprochen.

E: Yeah.
K: Naja, der erste Teil kam durch das Zappen durch die verschiedenen TV-Sender zustande als ich dabei einen Violinenspieler entdeckte der im Rampenlicht bei irgendeiner Award Show stand und einfach seine Violine zum brennen brachte und ich war ispiriert durch diese Spielweise und so schrieb ich den ersten Part. Der zweite Part davon ist eine klassische Arpeggio Sektion. Es macht Spass Arpeggios zu spielen und sie sind eine wirklich tolle Übung, also packte ich ein wenig davon darein. Weisst du, packe das ganze Ding in eine Menge Enthusiasmus ein, spiele wie ein verrückter Bastard, so ist es entstanden.

E: Hmmm. Du ewähntest eine Menge Techniken und Übungen. Wie denkst du vergleicht sich das mit der emotionalen Seite der Musik? Ich meine, wie kombinierst du beides?
K: Es ist eine dünne Linie auf der man sich dabei bewegt, eine wirklich dünne. Ich muss zugeben, auf dem ersten Album Louder Than Hell habe ich mehr die technische Schiene gefahren um der Welt meinen Stempel aufzudrücken und zu zeigen wozu ich in der Lage bin, doch auf diesem Album war ich in der Lage das zurückzustellen, mehr für den Song zu spielen und es nicht so zu übertreiben. Ich denke wenn du technisch betont und schnell spielst steckt da eine Menge Leidenschaft drin. Ich denke emotional betont zu spielen beschränkt sich nicht auf langsames, es hängt viel mehr von deinen Möglichkeiten und deiner Überzeugungsfähigkeit ab.

E: Yeah, ich erinnere mich an euren Auftritt in LA, ich glaube im Juni, mir fällt gerade das Solo ein, das du gespielt hast, ich war in der ersten Reihe und du warst etwa 5 fuss von mir entfernt und spieltest gerade diese extrem schnelle "double tapping section" und deine Augen waren geschlossen.
K: Yeah.

E: Du bist so in der Musik versunken... Es war atemberaubend. Ich denke nicht...
K: Danke.

E: Ich denke nicht das es auch nur einen im Publikum gab dem nicht die Kinnlade runtergeklappt ist.
K: Dank dir Mann.

E: Also fragte ich mich ob jemals, ich meine, jeder fängt mit der grundlegenden Technik an, aber wie hast du das blind spielen und das Emotionale kombiniert, oder ist das einfach...
K: Übung, Übung, Übung. Ich hasse es darauf so eine typische Antwort zu geben, aber das ist die einzige Antwort darauf, Übung. Übung und Aufopferung. Die Abende wenn du rausgehen möchtest und eine flachlegen möchtest, bleib zu Hause und übe. An den Abenden an denen du dich mit deinen Freunden besaufen willst bleibe zu Hause und übe. Das ist der einzige Weg.

E: Wow. Okay, hmmm. Equipment. Du benutzt Matisko Gitarren, alles Spazialanfertigungen?
K: Ja, Matisko, genau.

E:Wie steht es mit Pedalen und dem Zeug für die Live Shows?
K: Nichts.

E: Nichts? K: Nichts. Das einzige Pedal das du mich hier und da mal treten siehst dient nur zum umschalten zwischen dem Rythmus- und dem Solosound oder zum umschalten auf den Cleansound. Aber ich benutze keine Pedale oder Effekte.

E: Was war mit den Aufnahmen für Hell On Stage bei Master Of The Wind? War das eine Akkustik Gitarre?
K: Eine 12-Saitige.

E: 12-saitig, wow. Ich hab mich immer gefragt wie ihr diesen Sound hinbekommen habt.
K: Das war eine 12-saitige, sie haben einen ganz eigenen Klang. Ein tolles Instrument.

E: Schön.
K: Das ist auch auf unserem nächsten Video drauf.

E: Ach, wirklich?
K: Wir haben den ganzen Song live auf Video.

E: Das ist dann Hell on Stage Pt2? (Eds Bemerkung: Hell on Earth Pt2)
K: Richtig.

E: Cool. War das der Teil der die Fan-Ausführungen hatte?
K: Ich weiß nicht so genau, es gab eine Menge davon und ich weiß nicht was genau davon drauf ist, ich hab das fertige Teil noch nicht gesehen.

E: Was können wir erwarten?
K: Es ist mehr Song orientiert, weniger backstage Zeug, weniger Rumalberei. Ein anderes Format. Eher musikalisch.

E: Eine Ahnung wann es veröffentlicht wird?
K: Direkt so um Weihnachten rum.

E: Cool, kann es garnicht abwarten. Ich kriege dieses Wochenende einen DVD-Player.
K: Auch 'ne Playstation?

E: Nein, ein neuer Computer.
K: (lacht)

E: Ok, also kommen wir zurück zum neuen Album, Warriors of the World, das ist mehr ein orchestralisches Album, Sword in the Wind fängt zum Beispiel mit Harfen, klassischen Gitarren und einem französischen Horn an. Wie seid ihr auf so eine wilde Zusammensetzung gekommen?
K: Nochmal, das kommt davon, dass wir uns alle Sorten Musik anhören und du musst es lernen Sachen zusammenzusetzen, wie auch beim Kochen, es ist das selbe mit der Musik und es geht weniger darum was du alles hineinpackst als eher darum was du schlussendlich weglässt. Der Song begann eigentlich so, dass die Band bei der 2. Strophe einsetzte und es war einfach nicht befriedigend zu hören, dass die Band immer dann einsetzte und das den ganzen Song lang also dachten wir, wir müssten daran etwas ändern. Je mehr Scheiss du reinpackst, desto mehr musst du am Ende wieder rausnehmen, Gitarren, elektronische Instrumente, wir hatten ein Orchester dabei und vieles von alle dem war bloss Erfahrung und ein Experiment.

E: Hast du einen besonderen klassischen Einfluss?
K: Nicht wirklich. Klassische Musik ist klassische Musik. Ich kann niemanden ausmachen von dem ich sagen könnte er sei besser oder schlechter als die anderen, ähm, ich liebe klassische Musik und ich liebe orchestrale Film Soundtracks und alles emotionale. Ein Intrument ist eigentlich ein Ersatz für die Stimme. Es gibt so viel gute Musik da draußen und alles was aufgenommen wurde und ich mir anhöre beeinflußt mich.

E: Hmmm, gibt es eine bestimmte Band, die du dir besonders gerne anhörst, welche dich beeinflußt?
K: Nein, ich höre mir eine Menge verschiedener Musikrichtungen an. Alles von klassischer Musik hin zu orchestraler Filmmusik bis Rock'n'Roll. Da drauaaen gibt es eine Menge guter Musik. Es geht mir bloaa um gute Songs.

E: Auch auf dem neuen Album bei Songs wie Call to Arms und Swords in the Wind gibt es eine etwas andere Rhythmik zum Gesang als sonst. Ist das einfach so passiert oder wolltet ihr mal was anderes ausprobieren als ihr den Song geschrieben habt?
K: Nein, ich denke auch nicht das es sich grossartig von den anderen unterscheidet. Wir wollten bloss ein Album machen das sehr dynamisch, expressiv und anders wird ohne dabei das zu verraten, was den Heavy Metal ausmacht.

E: Es gibt wesentlich mehr Balladen auf dem Album. War das Absicht oder kam das einfach so?
K: Nein, das kam einfach so, es wurde so geschrieben, das sich die Lieder selbst formen.

E: Cool. Es gab Gerüchte, denen zur Folge ihr an Film-Musik arbeitet. Gibt es diesbezüglich feste Pläne?
K: Oh, Leute stellen einem diese Frage immer, aber es gibt nichts, zumindest nichts wovon ich wüsste. Wenn mal ein gutes Angebot kommt, werden wir das in Erwägung ziehen, aber bislang liegt noch nichts auf dem Tisch.

E: Ok, auf dem neuen Album gab es ein paar Gastkünstler. Wie seid ihr zu diesen Leuten gekommen?
K: Sie sind nur alte Freunde der Band. Mary ist eine talentierte Sängerin die Joey entdeckt hat und sie macht ein paar Sachen, ihr werdet bald von ihr hören. Joe war schon auf einigen Manowar Alben, er ist ein sehr talentierter Keyboarder in der Rochester Area, ein guter Freund der Band. Er war mit uns in Europa und hat da ein paar Fernsehauftritte mit uns gemacht.

E: Eric sagte irgendetwas darüber, dass Mary eine Band bei Magic Circle Records hat?
K: Yeah, darüber sprach ich vorhin. Du wirst von diesem Projekt hören.

E: Irgendwelche Details dazu?
K: Es heisst Holy Hell.

E: Cool. Welche richtung spielen sie? K: Ähmmmm, Symphonic Heavy Metal.

E: Okay, cool. Irgendwelches andere coole Zeug das wir von Magic Circle Records zu erwarten haben?
K: Yeah, David Shankle wird ein Album rausbringen sowie Rhino und ein paar andere Bands auf die wir einen Blick haben, guckt öfter mal auf der Webpage vorbei, weitere Infos werden da gemeldet.

E: Auf den verschiedenen Album-Covern gibt es vier Symbole, einen Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck und zwei Sticks. Wie kommt das?
K: Das sind die Playstation Symbole.

E: Ah, echt?
K: (lacht) Nein! Nein, nein das sind Runen, Dinge die Joey beim studieren Keltischer und Vikinger Mythen ausgegraben hat. Ich bin mir nicht ganz sicher was sie bedeuten.

E: Also weisst du echt nicht warum diese ausgewählt oder benutzt werden?
K: Nein, ich denke jede Band hat Symbole oder andere Wiedererkennungs-Male, genau wie es auch mit den Motorrädern ist, es ist was persönlich für jedes Band Mitglied.

E: Okay, cool.
Karl: Habe Zeit für eine weitere Frage, Bruder.

E: Was?
K: Ich denke ich habe noch Zeit für eine weitere Frage.

E: Was hält die Zukunft für Manowar bereit?
K: Naja, eine Tour im Herbst, ein neues Album nächstes Jahr oder kurz darauf und wir werden einfach weiter Heavy Metal spielen bis wir sterben.

E: Wahnsinn. Kann es nicht abwarten.
K: Danke für dein Interesse, Bruder, es war ein gutes Interview.

E: Und danke das wir das nochmal machen konnten, du glaubst garnicht wie sehr ich es zu schätzen weiss.
K: Klar Mann, kein Thema, bin froh das wir es diesmal haben.

E: Könnte ich dich dazu bringen, die kleine Senderansage nochmal zu machen, oder hast du keine Zeit mehr dafür?
K: Klar, Mann.

E: Okay, Penny Dreadful Radio, KSCR, 1560 AM.
K: Wie war der Name noch gleichm Bruder?

Ed: Penny Dreadful Radio.
K: Penny Dreadful, KSCR, okay äh, was ist eure Frequenz.

E: 1560 AM.
K: 1560?

E: Yup, 1 5 6 0.
K: Okay,fertig?

E: Ja.
K: Hier spricht Karl Logan von Manowar, ihr hört Penny Dreadful on KSCR 1560AM, euer zu Hause für Heavy Metal!

E: Rockin'
K: Cool, ich bin froh, dass wir es diesmal haben, Bruder.

E: Yeah, es ist auf 4-Track, ich kann den Pegel sehen, also ist es drauf.
K: Ok, danke für dein Interesse und wir sehen dich dann nächstes Mal, wenn wir wieder in der Gegend sind.

E: Hey, wenn ihr das nächste Mal in der Stadt seid, gehen die Drinks auf mich.
K: Ok, Bruder, hört sich gut an. Seh'n uns später.

E: Pass auf dich auf.
K: Bye.

E: Bye.



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