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Veröffentlicht von: Rock Hard
Interviewer: Götz Kühnemund
Veröffentlicht: Juni/Juli 2003

MANOWAR
Könige des Kommerz?
Es hagelte reichlich Kritik an MANOWAR in den letzten Monaten. Ein Blick auf unsere Leserbriefseiten genügt, und ihr wisst, wovon wir sprechen. Absouter Ausverkauf. Kommerzialisierung ohne Rücksicht auf Verluste. Veröffentlichungs-Overkill. Enttäuschende Shows. Fehlende Kritikfähigkeit. Andererseits schneidet die Band in Leserpolls immer wieder erstaunlich gut ab, was beweist, dass sie mehr denn je polarisiert. Wir verabredeten uns mit Joey DeMaio zu einem etwas anderen Interview und ließen ihn schon im Vorfeld wissen, dass das folgende Gespräch kein Austausch von Nettigkeiten werden würde...
Wann hat man dir zum letzten Mal so richtig ans Bein gepinkelt, Joey?
"Vorgestern, gestern, heute. Das ist die Geschichte meines Lebens: Ständig versuchen Leute, mir in den Arsch zu treten. Was ist daran neu?"
Und wann hat jemand das letzte Mal richtig getroffen?
"Während meiner Highschool- Zeit. Ich habe damals auf Dan Lees Kung-Fu-Schule in Chicago trainiert - zusammen mit einem Mädchen, das mir "die Eier bis hoch zum Kinn treten" wollte. Sie stand dermaßen unter Strom, dass sie mich am liebsten umgebracht hätte. Ich brachte es einfach nicht fertig, sie richtig anzugreifen, so dass ich letztlich der Verlierer war. Meine Eier haben aber zum Glück überlebt."
Und seitdem hat dir nie wieder jemand richtig Feuer gegeben?
"Nicht in körperlicher Hinsicht - aber mir ist natürlich klar, worauf du hinaus willst. Journalisten machen sich ständig über die Band lustig, wobei die meisten über "Ich hasse MANOWAR, ich hasse ihre Musik!" nicht hinauskommen. Das finde ich nicht sonderlich originell. Es gab aber auch schon Kritiker, die uns in der Luft zerrissen haben, die wirklich talentiert waren. Wenn sich jemand offensichtlich echte Mühe mit einem MANOWAR- Verriss gegeben hat, dann lese ich das durchaus gerne. Ich erkenne immer an, wenn jemand ernsthafte Arbeit abliefert, denn das sorgt für einen gesunden Konkurrenzdruck in diesem Geschäft."
Ich will mich hier aber nicht über die Kritik von Leuten unterhalten, die MANOWAR prinzipiell nicht mögen. Die hat es immer gegeben, und die wird es immer geben. Ich will dich vielmehr mit der Kritik eurer treuesten Fans konfrontieren.
"Ich weiß."
Ich beziehe mich natürlich auf die Leserbriefe der vergangenen Monate, in denen euch so manches - von echten Fans, wohlgemerkt - vorgeworfen wurde. Ich weiß, dass du diese Briefe gelesen hast.
"Dann lass uns über konkrete Kritikpunkte reden."
Viele Leute haben sich zum Beispiel über die ständigen Wiederveröffentlichungen älterer MANOWAR-Scheiben beschwert: zu viele "Collector´s Editions", neue Live-Releases alle zwei Wochen, zu viel Aufgewärmtes, aber zu wenig neue Songs.
"Das ist alles nicht neu für mich. Schon mit "Into Glory Ride" ging die Kritik an MANOWAR los. Die Scheibe sei "zu kommerziell" gewesen, hieß es damals - obwohl sie zu unseren extremsten Releases gehörte. Schon damals habe ich über solche Kritiken gelacht. Die Leute werden immer Gutes und Schlechtes in deiner Arbeit - ob du nun MANOWAR heißt oder sonstwie - finden. Sobald du etwas veröffentlichst, gibt es Leute, die dich mögen, und Leute, die dich nicht mögen."
Sicher. Auch beim Rock Hard und bei unserer Leserschaft gibt es die. Früher hielt sich das aber immer die Waage. Erschien ein negativer Brief zum Thema MANOWAR, dann gab es zwei Wochen später garantiert auch positive Zuschriften. Dieses Verhältnis ist in letzter Zeit aber etwas ins Wanken geraten: Die negative Kritik überwiegt ganz klar - auch wenn ihr im Leserpoll immer noch sehr gut abgeschnitten habt.
"Das ist nicht nur beim Rock Hard so. Das gilt für ganz Europa."
Richtig. Eure Die-hard-Fans lieben euch umso mehr, je mehr euch die Öffentlichkeit hasst oder belächelt. Das liegt an der Tatsache, dass MANOWAR Anfang der Neunziger so ziemlich die Einzigen waren, die die Fahne des kompromisslosen, unverfälschten Metals mit sämtlichen Klischees hochgehalten haben. Dafür haben euch eure Fans heilig gesprochen, und dafür liebe auch ich euch. Aber genau dieselben Leute sind eben auch der Ansicht, dass sich MANOWAR in den letzten Jahren nicht gerade zum Vorteil verändert haben - und genau darüber sollten wir reden.
"Gut, dazu bin ich bereit - auch wenn ich die Kritik nicht wirklich nachvollziehen kann."
Ein Punkt, den ich beispielsweise sehr gut nachvollziehen kann, ist die Sache mit der "Zensur" auf den offiziellen MANOWAR-Homepages. Leute, die euch da in den Diskussionsforen kritisieren, werden rausgeworfen. Naürlich melden sie sich dann bei Magazinen wie dem Rock Hard und sind erst recht sauer auf euch.
"Dazu musst du erst mal verstehen, wie unser Web-Ring aufgebaut ist. Da arbeiten ausschließlich Leute, die die Band lieben und zu denen ich uneingeschränktes Vertrauen habe. Diese Leute sind ehrlich und gewissenhaft - und sie machen diesen Job FÜR die anderen MANOWAR-Fans..."
Okay, okay, aber das trifft doch für andere Band-Pages genauso zu.
"Nein, eben nicht. Viele Bands beauftragen professionelle Firmen mit der Handhabung ihrer Homepages. Da glauben die Fans vielleicht, sie könnten in direkten Kontakt mit den Musikern treten, aber in Wirklichkeit sind das automatisierte Antwortmails, die lediglich unter dem Namen des jeweiligen Musikers verschickt werden. DAS ist Bullshit! Unsere Fans dagegen bekommen persönliche Antworten von anderen Fans, die ihre Loyalität jahrelang unter Beweis gestellt haben."
Das bezweifelt auch niemand. Fakt ist aber, dass Kritik an MANOWAR von diesen Webmastern - oder von euch - nicht geduldet wird. Fans haben aber IMMER das Recht, sich zu beschweren. Schließlich sind sie es, die eure Platten gekauft haben.
"Richtig. Für solche Fans sind unsere Diskussionsforen gedacht. Die Leute können diskutieren, worüber sie wollen, und sie bekommen Infos aus erster Hand."
In euren Diskussionsforen findet man aber nichts Negatives.
"Das hat da auch nichts zu suchen. Der Sinn einer Homepage ist zunächst mal das Bereitstellen von Information. Die Diskussionsforen sind dazu da, dass sich unsere Fans über Platten oder Konzerte unterhalten können. Sie sollen Spaß daran haben, MANOWAR-Fans zu sein. Sie sollen andere MANOWAR-Fans treffen können - OHNE dafür angefeindet zu werden. Wenn jemand versucht, diesen Spaß zu zerstören und Probleme in die Welt zu setzen, dann fliegt er raus."
Wo soll sich denn deiner Meinung nach ein MANOWAR-Fan beschweren, wenn er von einer Platte enttäuscht ist oder eure Tickets zu teuer findet? Wir schmeißen Leute, die sich übers Rock Hard beschweren, schließlich auch nicht von unserer Homepage.
"Das solltet ihr aber vielleicht tun. Wenn jemand unsere Diskussionsforen nutzen will, um sich in fairer Weise zu äußern, dann wird ihm mit Sicherheit auch nicht der Zutritt verwehrt. Aber wenn uns jemand vorsätzlich Probleme machen will, dann hat er bei uns keinen Platz. Das ist die MANOWAR-Politik vom ersten Tag an gewesen."
Du glaubst also tatsächlich, dass alle Fans, die aus euren Foren geflogen sind, der Band vorsätzlich schaden wollten?
"Ich habe komplettes Vertrauen zu unseren Webmastern - und wenn die jemanden von unserer Homepage werfen, dann haben sie dafür gute Gründe. Das gilt auch für unsere Konzerte: Wenn ein paar Arschlöcher Tausenden von echten Fans den Spaß verderben wollen, dann fliegen sie raus."
Wenn man sich aber "Kings of Metal" nennt - und jetzt erzähl mir bitte nicht, dass euch dieser Titel ja von euren Fans verliehen wurde -, dann sollte man doch souverän genug sein, um mit Kritik umgehen zu können.
"Das können wir mit Sicherheit auch. Es geht nicht um uns, sondern um unsere Fans, denen von Einzelnen der Spaß - ob im Konzert oder sonstwo - verdorben wird. Wenn jemand auf die Bühne kommen will, um mich zu beleidigen, bevor er rausfliegt, kann er das gerne tun. Ich werde sicher nicht die Polizei holen, hahaha! Und die Fans können über uns sagen, was immer sie wollen und wo immer sie wollen - aber nicht auf unserer eigenen Homepage. Wenn sich jemand vor mein Wohnzimmerfenster stellen will, um mich "Arschloch" zu nennen, dann kann er das gerne tun. Ich werde ihn aber nicht in mein Haus einladen."
Ihr habt die Messlatte durch eure Kompromisslosigkeit aber selbst so hoch gelegt, dass ihr nun mal mit verstärkter Kritik rechnen müsst. Die Geister, die ihr gerufen habt...
"Solange es konstruktive Kritik ist, gibt es keinerlei Problem. Unsere Fans haben das Recht, von uns zu verlangen, was immer sie wollen. Wir und unsere Crew werden immer alles nur Menschenmögliche tun, um diese Wünsche zu erfüllen. Wir haben immer hundert Prozent gegeben."
Meinst du wirklich...?
"Ja, definitiv. Ich gehe immer bis ans Äußerste meiner Möglichkeiten - und ich verlange auch von allen anderen, die mit der Band in irgendeiner Weise zu tun haben, das absolut Äußerste. Frag mal unsere Crew oder unsere Plattenfirma - die werden das ganz sicher bestätigen."
Es gibt Leute, die behaupten, ihr hättet mit dem letzten Album eben nicht hundertprozentige Qualität abgeliefert. Immerhin war "Warriors Of The World" das erste Studioalbum seit 1996. Da ist es nicht gerade unproblematisch, wenn ein guter Teil der Scheibe - nämlich ´An American Trilogy´, ´Nessun Dorma´ und ´The Fight For Freedom´ - aus Experimenten, stilfremden Stücken oder schlicht Belanglosigkeiten, die auf einer MANOWAR-Platte nichts zu suchen haben, besteht. Nach sechs Jahren Wartezeit will ich als MANOWAR-Fan ein echtes, komplettes METAL-Album und kein Sammelsurium aus Soundtracks haben.
"Erinner dich doch mal an unser Debüt: Schon damals hieß es, man könne doch kein Bass-Solo auf ein Studioalbum packen. Und ´Dark Avenger´ wäre doch auch kein richtiger Song und absolut nicht radiotauglich. Für "Kings Of Metal" wollten wir mit einem Orchester und einem Chor in England arbeiten, woraufhin uns Atlantic für verrrückt erklärten. Wir wären doch schließlich eine Metal-Band und bräuchten so was nicht. Wenn ich auf solche Kommentare hören würde, wären MANOWAR nicht mehr MANOWAR."
Aber damals habt ihr Alben im Jahresrhythmus geschrieben, teilweise sogar noch schneller. Heute dagegen braucht ihr sechs Jahre für eine neue Platte. Da fallen "Experimente" doch viel stärker ins Gewicht.
"Stimmt. Aber man hat unsere Zeit damals ja auch viel weniger in Anspruch genommen. Wir konnten am Anfang unserer Karriere kaum touren; also hatten wir mehr Zeit zum Komponieren und Aufnehmen."
Gut, das ist ein Argument.
"Das ist die Wahrheit. Wenn du nicht touren kannst, sitzt du mit deiner Gitarre zu Hause und schreibst Songs."
Das gilt aber für jede andere Band auch.
"Mag sein. Fakt ist aber, dass man im Internet-Zeitalter ganz anderen Marktmechanismen unterworfen ist und viel mehr Möglichkeiten hat. Im Endeffekt kostet das alles Zeit. Es wäre heute kaum noch möglich, zwei Alben wie "Hail To England" und "Sign Of The Hammer" gleichzeitig zu schreiben."
Trotzdem müsst ihr euch der Kritik stellen.
"Tun wir ja auch. Ich versuche dir lediglich zu erklären, warum es heutzutage länger dauert, Studioalben zu veröffentlichen. Sollen wir unseren Fans in Südamerika erzählen, dass wir leider nicht bei ihnen touren können, weil die Europäer ein neues Album von uns erwarten und sonst angepisst sind? Wohl kaum. Jeder Musiker, der jemals bei MANOWAR gespielt hat, hat einen Schwur abgelegt, dass er alles tun wird, um unsere Musik so vielen Metal-Fans wie nur möglich zugänglich zu machen. Das ist mir todernst: Wir haben diesen heiligen Schwur vor Jahren abgelegt und mit Blut besiegelt! Und wir werden ihn für kein Arschloch dieser Welt brechen!"
Das ist aber kein Grund dafür, einen Song wie ´The Dawn Of Battle´ nicht auf "Warriors Of The World" zu veröffentlichen, sondern für eine spätere Single zurückzuhalten.
"Was meinst du mit "zurückhalten"? Der Song war zum Zeitpunkt der Album-Produktion noch gar nicht geschrieben!"
Wirklich?
"Hör mir mal gut zu: Man kann mir ja vieles vorwerfen - und einiges davon trifft sicher auch zu. Es gibt Dinge an mir, die ich selbst nicht sonderlich mag - wie zum Beispiel die Tatsache, dass ich kein Mozart bin, der perfekte Musik täglich aus dem Handgelenk schüttelt. Und ich habe zu Hause auch keine Kiste mit fertigen Demos, die ich bei Bedarf hervorkramen könnte. So sehr ich mir das auch wünschen würde - die Realität sieht leider anders aus."
Mit anderen Worten: "Warriors Of The World" enthält sämtliches Material, das zum damaligen Zeitpunkt aufnahmereif war?
"Das ist hundertprozentig korrekt."
Dann gibt es auch kein zweites Album, das ihr in der Hinterhand habt?
"Leider nicht. Es war mein Ziel, zwei Alben gleichzeitig zu schreiben - so wie damals bei "Hail To England" und "Sign Of The Hammer". Aber es hat leider nicht geklappt. Wir wollten aber auf jeden Fall verhindern, dass eine weitere Single mit bereits
veröffentlichten Songs erscheint. Also haben wir alle Aktivitäten gestoppt, sind zurück nach Amerika geflogen und haben zwei neue Songs für die letzte Single geschrieben. Wir hätten es auch so machen können wie viele andere Bands: nämlich ein paar vorbereitete B-Seiten aufwärmen. Und was bedeutet "B-Seite"? Hundescheiße, die zu schlecht ist fürs reguläre Album! Man dreht den Fans ein Album "ohne Füller" an - und veröffentlicht die Füller dann anschließend als B- Seiten. Das wird es bei MANOWAR niemals geben! Wir haben noch nie irgendwas halbherzig gemacht, und wir sind stolz auf jede einzelne Platte, die wir aufgenommen haben!"
Gut. Aber ist es nötig, jede Scheibe in zehn verschiedenen Farben und Formaten zu veröffentlichen?
"Ja, das ist nötig! Endlich haben wir ein Label gefunden, das bereit ist, unsere Vorstellungen hundertprozentig umzusetzen! Jedes Produkt, das den Namen MANOWAR trägt, garantiert Qualität - und das gilt auch für die Verpackung. Die Fans wollen Picture-Discs, verschiedene Farben und so weiter. Wie "spannend" findest du Bands, die ein Album und ein Shirt herausbringen? Das ist doch langweilig! Dann könnten wir auch mit abgespeckter Lightshow und der Hälfte an Verstärkern auftreten. Nein, das passt nicht zu MANOWAR! Wir bieten den Leuten eine Vielfalt an Produkten - und die Fans lieben das."
Aha. Und warum beschweren sie sich dann über die Veröffentlichungsflut?
"Warum sind Pornos in Amerika nicht frei zugänglich?"
Keine Ahnung.
"Gäbe es mehr Pornos, hätten die Leute trotzdem noch die freie Wahl. Jeder soll kaufen, was er will. Niemand wird gezwungen, sich eine MANOWAR-Scheibe in drei verschiedenen Formaten zuzulegen - aber ich finde es gut, dass die Auswahlmöglichkeit besteht. Wir reden hier von freier Marktwirtschaft."
Und von Kühen, die gemolken werden. Sind MANOWAR nicht längst ein reines Kommerzprodukt geworden?
"Wie bitte??? Soll ich dir all die Bands aufzählen, die ihre Karriere auf ihrem Merchandise aufgebaut haben, aber keinen Ton vernünftig spielen können??? Wir veröffentlichen ausschließlich Qualitätsware - und zum Großteil auch noch in limitierter Auflage! Wer als Sammler an solchen Raritäten interessiert ist, hat die Möglichkeit, sie zu kaufen. Was ist daran so schlimm?"
Die Veröffentlichungsschwemme an MANOWAR-Produkten sorgt dafür, dass ihr den Markt übersättigt. Darunter leidet auch der Name MANOWAR.
"Das sehe ich aber ganz anders. Wir überfluten den Markt nicht, und wir werden das auch niemals tun."
Na ja...
"Du hast doch selbst festgestellt, dass es lange Jahre gedauert hat, bis wir ein neues Studioalbum aufnehmen konnten. Jahre, in denen uns die Fans vermisst und immer wieder nach neuen Songs gefragt haben. Und wir wollten ihnen geben, was sie von uns verlangt haben - auch in optischer Hinsicht. In der Vergangenheit waren wir meistens an Major-Labels gebunden, die nicht verstehen, was ein Metal- Fan wirklich will. Mit Nuclear Blast ist das anders. Genau deshalb gibt es unsere Platten in den unterschiedlichsten Formaten und nicht nur als reguläre, langweilige CD. Endlich haben wir die Möglichkeit, all unsere Vorstellungen zu verwirklichen. Und wenn ich mir frühere Alben von uns in Erinnerung rufe, dann finde ich es schade, dass wir oft nur einen einzigen, nicht limitierten Tonträger anbieten konnten."
Darüber hat sich damals aber auch niemand beschwert. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz.
"Logisch. Je größer eine Band ist, desto mehr Feinde hat sie auch - erst recht, wenn sie MANOWAR heißt, hahaha! Ich schick dir dazu mal ein "Credo" rüber, das ich mir immer dann durchlese, wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe (s. Kasten - Red.). Wir polarisieren, und mit wachsendem Erfolg häufen sich natürlich auch die Beschwerden. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Bands unserer Größenordnung beugen wir uns diesem Druck nicht. Wir verarschen unsere Fans nicht, und wir verändern auch nicht unser Image oder unseren Stil! Über wie viele andere große Bands kannst du das sagen? Du wirst mich eher sterben sehen, als dass ich den Weg gewisser anderer Bands einschlage! Im Ernst: Lieber wäre ich tot!"
Sachte, sachte... Kommen wir zum nächsten Punkt: dem abgesagten MANOWAR-Fan-Meeting. (Zur Erinnerung: Dieses Meeting wurde von MANOWAR untersagt, nachdem mit dem offiziellen Bandlogo geworben worden war; s.a. Leserbrief in dieser Ausgabe.) Ihr habt den finanziellen Schaden ja inzwischen behoben, was ich einerseits selbstverständlich, andererseits aber auch sehr cool von euch finde.
"Ich wusste gar nicht, worum es hier ging, bevor ihr mich damit konfrontiert und dafür gesorgt habt, dass wir uns persönlich mit den Veranstaltern dieses Fan-Meetings unterhalten konnten. Die Leute waren wirklich nett und hatten tatsächlich nur vor, eine echte Fan-Party zu veranstalten. Das weiß ich jetzt, und deshalb tut es mir auch Leid, dass es da Probleme gab. Andererseits musst du aber auch berücksichtigen, dass es jede Menge Abzocker gibt, die auf unserem Rücken Geld verdienen und unsere Fans ausnehmen wollen. Das Problem war in diesem Fall einfach die Tatsache, dass die Party- Veranstalter den falschen Weg gegangen sind, um die Sache im Vorfeld abzuklären. Hätten sie uns direkt angesprochen, statt über unsere Plattenfirma zu gehen, wäre die Sache sicher anders verlaufen. Als wir davon informiert wurden, waren die Flyer aber bereits gedruckt und die Werbung bereits angelaufen - ohne Einverständnis der Band, wohlgemerkt. Und wer hat die Kosten schließlich übernommen? Ich! Nicht die Plattenfirma, nicht Rock Hard, sondern ich persönlich!"
Nächster Punkt: Stefan Raab. Viele eurer Fans finden es uncool, wenn ihr die Sendungen solcher Leute, die nicht gerade als "Metal-Götter" bekannt sind, "schmückt"...
"Hahahahaha! "Nicht gerade Metal-Götter", hahaha! Der war gut!"
...aber durchaus ernst gemeint.
"Stefan ist vielleicht kein "Metal-Gott", aber er hat Eier! Es ist mir scheißegal, was irgendwer von ihm hält, denn ich weiß, was er für uns getan hat! Jahrelang hat uns niemand zu TV-Shows eingeladen - und dann kommt plötzlich Stefan Raab, der uns in jeder Hinsicht völlige Freiheit gelassen hat. Wir konnten wirklich machen, was wir wollten! Die Produktion, das Licht - alles wurde genau so bereitgestellt wie von uns gewünscht. Und das Equipment bei dieser TV-Show war besser als das vieler Tour-Promoter in der Vergangenheit! Wir haben ´ Warriors Of The World United´ live gespielt, ohne irgendwelche Einschränkungen. Was ist dagegen zu sagen?"
Stefan Raab ist dafür bekannt, Leute in seiner Sendung als Clowns vorzuführen. Er hat euch doch nicht eingeladen, weil er eure Musik so cool findet, sondern weil er euch als "kuriose Relikte aus den Achtzigern" präsentieren wollte. Und dieses Spiel habt ihr mitgespielt.
"Das sagst du. Ich fühle mich nicht als Clown vorgeführt."
Warum hat er euch dann deiner Meinung nach eingeladen?
"Weil er selbst Musiker ist - und zwar ein sehr talentierter. Er spielt acht verschiedene Instrumente und weiß, dass wir unseren Job ebenfalls gut machen. Er respektiert uns - und er respektiert auch unsere Fans."
Sorry, Joey, aber das glaube ich nicht.
"Wenn er tatsächlich "Relikte aus den Achtzigern" in uns sehen würde, dann hätte er uns auch mit billigem Achtziger- Equipment abspeisen können. Das hat er aber nicht getan. Wir hatten das beste Licht, den besten Sound und allen Support, den wir brauchten. Du kannst ja von Stefan Raab halten, was du willst - aber du kannst deine Behauptung nicht belegen. Was immer er auch sonst in seiner Show treibt - er hat sich uns gegenüber mehr als fair verhalten und sich zwei oder drei Konzerte von uns angesehen, die ihm offenbar gut gefallen haben. He´s a class fuckin´ guy!"
Und er hat euch ein neues Publikum erschlossen, das ganz sicher nicht aus Die-hard-Metallern besteht...
"Wenn jemand ein Ticket oder ein Album kauft, dann habe ich nicht das Recht, über diese Leute zu urteilen. Ist ein Schwarzer ein schlechterer MANOWAR-Fan als ein Weißer? Ist ein 75- Jähriger schlechter als ein 20-Jähriger? Sollen wir unseren Fans verbieten, ihre zwölfjährigen Kinder zu MANOWAR-Konzerten mitzubringen? Über welche Scheiße unterhalten wir uns hier eigentlich? Ich hab dir doch gesagt, dass wir geschworen haben, den Heavy Metal in die ganze Welt zu tragen! Ohne Kompromisse! Und jeder, der mich bei dieser Mission unterstützt, ist mein Bruder!"
Schön und gut. Aber man kann euch durchaus vorwerfen, dass ihr eben doch Kompromisse gemacht habt.
"Wo?"
Zum Beispiel auf der letzten Tour. Ihr streicht einen unsterblichen Klassiker wie ´Battle Hymn´ aus der Setlist, um dafür euren Akustikpart auszuweiten.
"Okay. Aber das bekomme ich nach jeder Tour zu hören. Warum fehlt dieser Song? Warum fehlt jener Song? Warum hattet ihr kein nacktes Mädchen auf der Bühne? Warum hattet ihr ein nacktes Mädchen auf der Bühne? Warum hat der Fan auf der Bühne Gitarre gespielt? Warum hat er nicht gespielt? Warum die Harleys? Warum keine Harleys? Warum ist es so laut? Warum ist es nicht laut genug? Jedes Jahr die gleiche Scheiße! Egal, welche Entscheidung man trifft, man stößt immer irgendwen vor den Kopf. Also machen wir grundsätzlich, was WIR wollen und was WIR für richtig halten!"
Und das rechtfertigt dann die Tatsache, dass ihr den vielleicht größten Klassiker eurer gesamten Karriere opfert, um dem Stefan-Raab-Publikum eine Ballade mehr um die Löffel zu schmieren? Ich bitte dich, Joey, das kann doch nicht dein Ernst sein!
"Erstens: Bei uns werden keine Songs "geopfert", auch wenn ich deine Wortwahl zugegebenermaßen witzig finde. Zweitens: Wir haben niemals versucht, uns irgendeinem Publikum anzubiedern. Wir haben es lediglich gewagt, unser Programm etwas umzustellen - wie bei jeder Tour übrigens. Und es wird dir im Laufe der Jahre vielleicht aufgefallen sein, dass unser Set immer länger statt kürzer geworden ist. Jetzt beschwerst du dich über eine zusätzliche Ballade - obwohl DU doch sonst immer der Erste bist, der über zu kurze MANOWAR-Konzerte jammert! Und was machen wir? Wir verlängern unseren Set! Richtig? Richtig! DU warst es doch, der sich noch vor wenigen Jahren über die "MANOWAR-Jahrhundert-Setlist" gefreut hat! Und DU..."
Aber...
"Nein, jetzt lass mich ausreden! Wenn du schon in einer Tour auf mich pisst, dann gib mir auch die Gelegenheit, mich abzutrocknen! DU hast gesagt, die Show könnte länger sein! Wir haben daraufhin ZWEI Sets pro Abend gespielt! Und wir haben den Fans trotzdem was Neues geboten! Wir hören zu, wenn man uns Vorschläge macht. Weißt du, wie viele Fans in den letzten Jahren ´Master Of The Wind´ hören wollten? Also haben wir den Song jetzt ins Programm genommen. Auf JEDER Tour nehmen wir ein paar Änderungen vor, um immer wieder andere Gesichter der Band präsentieren zu können. Und wir haben ´Battle Hymn´ nicht "geopfert"! Wer weiß, vielleicht führt deine Jammerei dazu, dass wir ´Battle Hymn´ nächstes Mal wieder spielen..."
Streicht doch einfach ein paar Solo-Parts oder ein paar deiner Ansprachen raus. Dann könnt ihr ´Battle Hymn´ UND ´Master Of The Wind´ doppelt spielen...
"Meine Ansprachen?"
Ja. Bei eurer Popkomm-Show letztes Jahr hast du die Hälfte des Sets geredet.
"Ja, verdammt noch mal! Weil man mich in den Knast stecken wollte! Denkst du, das war ein Witz? Glaubst du, ich bin ein verdammter Schauspieler? Die wollten mich wirklich einbuchten!"
Okay. Aber du hast die Hälfte der Show gequasselt.
"Die Hälfte der Show???"
So schätzungsweise 20 von 50 Minuten.
"Ich setz mich jetzt sofort nach diesem Interview vor meinen Videorecorder und stoppe die Zeit, die ich "verquatscht" haben soll! Da bin ich ja mal gespannt!"
Sollten es tatsächlich nur 17 Minuten gewesen sein, werden wir das richtig stellen. Versprochen!
"Okay, kein Problem. Mach weiter."
Gerne. Der Ticketpreis war zu hoch. Fast doppelt so hoch wie bei der vorhergehenden Tour!
"Erstens: Du weißt genau, dass unsere Tickets billiger sind als die vieler anderer großer Acts. Zweitens: Ich habe absolut nichts mit den Ticketpreisen zu tun! Keine Band hat einen Einfluss auf die Ticketpreise! Nicht MANOWAR und niemand sonst!"
Das stimmt nicht.
"Bullshit!"
Es gibt durchaus große Bands, die auf ihre Ticketpreise achten. Unter Umständen hat das ja auch etwas mit der Gage zu tun, die ihr vom Veranstalter verlangt...
"Bullshit! Hundertprozentiger Blödsinn! Du hast zu hundert Prozent daneben gegriffen! Und ich buchstabiere es dir gerne: D.U. H.A.S.T. U.N.R.E.C.H.T.!"
Dann erklär mir doch bitte mal, warum ein Künstler keinen Einfluss auf seine eigenen Ticketpreise haben soll.
"Niemand kann kontrollieren, wie viel der Veranstalter verlangt!"
Aber es gibt doch Verträge. Und da lassen sich gewisse Dinge im Vorfeld einer Tour regeln.
"NEIN! Das ist reines Wunschdenken, mehr nicht! Eine solche Vertragsklausel existiert nicht! Die Promoter bestimmen den Preis! Ich habe keinen Einfluss darauf, welche Kosten sie mit der Werbung haben oder wie viele Steuern sie abführen müssen. Ich habe auch keinen Einfluss auf die CD-Preise! Genauso wenig wie auf den Ölpreis im Mittleren Osten, auf das Gehalt des US-Präsidenten und auf den Preis einer verdammten Harley Davidson! Wer kontrolliert denn den Preis einer Rock-Hard-Ausgabe?"
Wir.
"Und warum ist das Heft so teuer?"
Weil´s billiger nicht geht.
"Aha!"
Wir geben Preissteigerungen beim Papier oder Druck nur dann an unsere Leserschaft weiter, wenn´s gar nicht mehr anders geht.
"Aha!"
Wir nehmen also Einfluss auf den Preis, wo wir können.
"Aha! Aber ihr könnt nicht immer!"
Nicht immer, das stimmt. Aber manchmal.
"Es ist einfach nicht möglich. Punkt. Alles andere ist Bullshit! Steuern, Ticketpreise und der Tod entziehen sich meiner Kontrolle."
Okay...
"Glaub mir: Wenn ich könnte, würde ich die Preise kontrollieren! Wenn ich könnte, würde ich viele Dinge in dieser Welt ändern! Du würdest die verdammte Welt nicht wiedererkennen! In lebe in einem Land, in dem man erst mit 21 Alkohol trinken, aber mit 18 dem Militär beitreten und töten darf. Gimme a fuckin´ break! Ich bin nicht für die Probleme dieser Welt verantwortlich! Und auch nicht für Ticket- und CD- Preise! Was in meiner Macht steht, das tue ich. Ich helfe mit, die Welt mit meiner Musik etwas lebenswerter zu machen. So. Weiter!"
Ich finde trotzdem, du solltest da etwas besser aufpassen.
"Es gibt nichts aufzupassen!"
Es gibt 20 verschiedene Konzertagenturen, die gerne mit euch arbeiten würden. Ich bin mir ganz sicher, dass mindestens eine darunter ist, die dir zuhören würde.
"Das ist kompletter Unsinn! Niemand in dieser Welt wird es schaffen, die Ticketpreise zu kontrollieren. Niemand!"
Warum spielt ihr auf der Popkomm und sagt im selben Atemzug Metal-Festivals wie Wacken ab?
"Wacken? Ihr wart es doch, die Wacken den Support entzogen haben!"
Stimmt. Aber das hat nichts mit MANOWAR zu tun.
"So. Womit denn bitte?"
Mit gewissen organisatorischen Dingen, die wir nicht okay fanden.
"Warum fragst du mich dann nach Wacken?"
Weil es das größte Metal-Festival ist und einen Headliner wie MANOWAR verdient hätte.
"Aber ihr supportet es nicht!"
Ihr ja auch nicht. Stattdessen spielt ihr auf der ach so metallischen Popkomm.
"Ja und?"
Ihr würdet besser nach Wacken passen.
"Wo die Fans verarscht werden? Du willst, dass wir DA spielen?"
Hahaha! Gut gekontert, Joey!
"Druck das gefälligst auch ab!"
Natürlich. Alles, was du hier von dir gibst, wird gedruckt.
"Darum möchte ich auch bitten! Und das neue Handtuch, das ich mir nach diesem Interview besorgen muss, um mich abzutrocknen, bezahlst du auch!"
Hahahaha! Gerne!
"Gut. Dann weiter."
Spielt ihr nächstes Jahr auf der Bundesgartenschau - oder vielleicht doch wieder auf einem echten Metal-Festival?
"Mal davon abgesehen, dass wir auf Festivals wie dem Full Force ja bereits gespielt haben, wird es nächstes Jahr einen MANOWAR-Auftritt auf einem "echten" Festival geben. Don´t worry..."
Ihr hattet einen Playback-Auftritt bei "Top Of The Pops". Musste das unbedingt sein?
"Das war kein Playback! "Playback" bedeutet, dass der Künstler nur so tut, als ob er spielt. Eine Band wie Queen beispielsweise war immer darauf angewiesen, besonders aufwändige Parts wie zum Beispiel Orchester-Sequenzen vom Band abzurufen. Überhaupt ist es heutzutage gang und gäbe, Chöre oder bestimmte Backing-Parts aus der Konserve abzurufen. In unserem Fall hat Eric live gesungen, während Teile der Musik vom Band kamen. Das war technisch nicht anders möglich - aber es ist auch kein Voll-Playback gewesen."
Wie schwierig ist es für dich, mit Kritik umzugehen?
"Überhaupt nicht schwierig."
Man weiß ja, dass du ein cleverer Bursche bist, der auf jede Frage mit einem zehnminütigen Monolog antworten kann - aber nimmst du dir Kritik tatsächlich zu Herzen?
"Nein, niemals. Ich bin zwar bereit, zuzuhören, wenn ich weiß, dass es die Quelle der Kritik verdient hat, sprich wenn mich jemand kritisiert, der weiß, was er sagt - aber das ändert nicht unbedingt meine Meinung."
Nehmen wir an, die "Quelle der Kritik" sind die echten MANOWAR-Fans. Wieviel nimmst du dir dann davon an?
"Ich höre in solchen Fällen gerne und bis zum Ende zu - und ich überlege auch, ob die Kritik vielleicht berechtigt ist. Man muss bereit sein, Leuten zuzuhören, die einem etwas beibringen können; sonst verbessert man sich im Leben nicht. Ich bin grundsätzlich immer lernwillig - aber ich lasse mich nicht von irgendeinem ignoranten Arschloch provozieren. Es gibt da einen alten Indianer-Spruch, an den ich mich halte: Urteile niemals über einen anderen Menschen, bevor du zwei Meilen in seinen Mokassins gelaufen bist. Würden alle Menschen nach dieser Regel leben, wäre die Welt ein sehr viel besserer Ort."
In wie vielen "Poser-Mokassins" bist du denn durch die Weltgeschichte gelatscht?
"Poser-Mokassins?"
Ja, "Wimps & Posers". Oder urteilst du nicht mehr über deine Lieblingsfeinde?
"Hahaha! Ich habe als junger Musiker in genügend Cover- Bands jede Menge Scheißmusik gespielt, um diese Seite des Business beurteilen zu können. Ich habe Dreck gefressen, in peinlichen Spelunken gespielt und so manchen Durchhänger gehabt. Einmal bin ich sogar von einem Promoter per Arschtritt zur Bühne geleitet worden!"
Oh, das ist ja nett!
"Im Ernst! Der Typ hat mich zur Bühne gezerrt, mir kräftig ins Hinterteil getreten und mich angebrüllt, ich solle gefälligst anfangen zu spielen. Ich war noch ein halbes Kind und habe meine Lektion gelernt, das kannst du mir glauben. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich kann auch viele deiner Fragen nachvollziehen - sonst würde ich sie hier ja nicht beantworten."
Das Problem bei prominenten Musikern besteht immer darin, dass sie von ihren Fans meist nie wirklich kritisiert werden - zumindest nicht im persönlichen Gespräch.
"Natürlich werden sie das!"
Aber in den meisten Fällen doch eher halbherzig.
"Nein, das stimmt nicht. Viele Fans beschweren sich bei mir über zu kurze Tourneen oder fehlende Songs in der Setlist..."
Aber sie kotzen sich nicht wirklich bei dir aus. Kaum ein Fan wird seinem Lieblingsmusiker ins Gesicht sagen, dass er echten Bockmist verzapft hat.
"Also: Zuerst mal möchte ich festhalten, dass ich nicht glaube, dass unsere echten Fans der Meinung sind, wir hätten "Bockmist verzapft". Schließlich tun wir alles, was wir tun, für die Fans. Und das Wichtigste von allem: Die Erfolge des letzten Jahres entschädigen unsere Fans für die lange Wartezeit und die jahrelange Häme, die man als MANOWAR-Fan über sich ergehen lassen muss. Unser Erfolg ist ein Triumph für den Metal! "Warriors Of The World" ist das erfolgreichste Metal- Album seit Jahren - und das werte ich als Tribut an unsere Fans! Wir wären nicht da, wo wir sind, wenn uns unsere Fans nicht dahin gebracht hätten. Das war nicht ich, das warst auch nicht du - das waren unsere Fans! Und die verdienen etwas Besonderes. Deshalb mache ich bei unserer Live-Show keinerlei Abstriche, obwohl wir auch mit kleinerer P.A. hätten touren und das Geld für uns behalten können. Wir nehmen auch nicht in billigen Homestudios auf, sondern haben immerhin den Galaxy-Komplex gemietet. Und die Techniker dort arbeiten nicht für einen Sack Reis! Verstehst du? Alles, was wir tun, muss einer hohen Qualitätsprüfung standhalten. Das wissen unsere Fans. Sieh dir doch nur die Cover-Artworks an, die heutzutage veröffentlicht werden: Das sieht doch meistens so aus, als hätte da jemand was im Kindergarten hingekritzelt! Wir verwenden Ken-Kelly-Gemälde, die schweineteuer sind, weil Ken Kelly schlicht und einfach der Beste ist! Und wir arbeiten in allen Bereichen mit den Besten der Besten zusammen: Licht, Sound, Transport, Equipment, Artworks - alles vom Allerfeinsten! Auf diese Weise geben wir den Fans zurück, was sie uns gegeben haben. Und glaub mir: Unser Erfolg ist verdammt hart erarbeitet!"
Danke für deine Nerven und deine Geduld, Joey.
"Kein Problem. Ich habe nichts zu verstecken - und wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten."
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